Erst das Weihnachtsgeschäft, anschließend die Feiertage und schon sind wir im neuen Jahr! Wie so oft zu Jahresbeginn bleibt allerdings wenig Zeit zum Durchatmen bevor die ersten Anpassungen und Neuerungen diverser Gesetze greifen. Die wichtigsten Änderungen für Arbeitgeber im Januar 2018 haben wir deshalb kurz zusammengefasst.

Gesetze Änderungen 2018

Mindestlohn

Über die verschiedenen Mindestlöhne und Übergangsregelungen der einzelnen Branchen haben wir bereits im letzten Jahr berichtet. Ab Januar 2018 laufen auch diese Übergangsregelungen aus und der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Branchen.
Es wird allerdings auch weiterhin Ausnahmen vom Mindestlohn geben, dazu gehören unter Anderem Jugendliche unter 18 Jahren, Auszubildende und Studenten/Schüler im Pflichtpraktikum.

Darüber hinaus wird auch dieses Jahr in einigen Branchen der Mindestlohn angehoben. Feststehende Erhöhungen zum 1. Januar 2018 gibt es unter Anderem im Elektrohandwerk und der Pflegebranche.

Mehr Informationen zu aktuellen Mindestlöhnen können beispielsweise hier nachgelesen werden.

 

Entgelttransparenzgesetz

Um Benachteiligung zu vermeiden und mehr Transparenz bezüglich Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern zu schaffen, haben Arbeitnehmer ab 6. Januar 2018 einen individuellen Auskunftsanspruch.

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) gilt für Unternehmen ab 200 Beschäftigten. In diesen Betrieben können Beschäftigte ab dem 6.1.2018 individuell die Bezahlung ihrer Kollegen für eine gleiche oder gleichwertige Tätigkeit erfragen. Dieses Auskunftsverlangen bedarf der Schriftform und es muss eine Vergleichstätigkeit benannt werden. Auf diese Weise kann Auskunft zum Bruttoentgelt sowie zu zwei einzelnen Entgeltbestandteilen verlangt werden. Diese Auskunft kann innerhalb von zwei Jahren nur einmalig erteilt werden, es sei denn es lässt sich klar darlegen, dass die Voraussetzungen sich wesentlich verändert haben.

Mit dem neuen Entgelttransparenzgesetz sollen so ungerechtfertigte Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern leichter erkannt und Benachteiligungen schneller behoben werden können. Die genauen Bestimmungen des neues Gesetzes können hier nachgelesen werden.

 

Kassen-Anschau shyftplan

Kassen-Nachschau

Seit Januar 2017 gelten bereits besondere Anforderungen für Registrierkassen, Computerkassen und offene Ladenkassen. So müssen Registrier- und Computerkassen beispielsweise jede Kassenbewegung elektronisch erfassen, unveränderbar abspeichern und über einen Zeitraum von 10 Jahren digital archivieren.

Betriebe mit offenen Ladenkassen müssen täglich ein Kassensturzprotokoll erstellen, unterzeichnen und ebenfalls für 10 Jahre archivieren. Zusätzlich wird das Erstellen einer täglichen Zählliste empfohlen, die die exakte Stückzahl der vorhandenen Geldscheine und Münzen enthält- dies ist aber wohl nicht gesetzlich verpflichtend.

Um Steuerhinterziehung einzudämmen können Finanzämter zudem ab Januar 2018 spontan die Korrektheit der Kassenführung in Geschäften und Gastronomiebetrieben prüfen.
Dazu können Prüfer unangemeldet während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten ins Unternehmen kommen und eine Einsicht in die Kassenführung, Bücher, zugehörigen Unterlagen sowie Zugriff auf die jeweiligen elektronischen Daten oder auch einen Kassensturz verlangen. Die Prüfer sind darüber hinaus nicht dazu verpflichtet, sich sofort als solche auszuweisen, was unter Anderem auch Testkäufe ermöglicht.

Vom neuen Gesetz betroffen sind sämtliche Geschäfte und Gastronomiebetriebe, unabhängig von der Art der Kasse. Die sogenannte Kassen-Nachschau soll Unternehmer davon abhalten, die Kassenführung zu manipulieren und somit Steuerbetrug eindämmen.

 

Mutterschutz

Ab Januar 2018 tritt auch die Reform des Mutterschutzgesetzes in Kraft. Demnach gilt der gesetzliche Mutterschutz nun auch für Schülerinnen und Studentinnen, die sich beispielsweise gerade im Pflichtpraktikum befinden.

Darüber hinaus soll Schwangeren verstärkt ermöglicht werden, auch während der Schwangerschaft weiterzuarbeiten. Um dies zu gewährleisten müssen Arbeitgeber künftig Gefährdungsbeurteilungen für ihre Arbeitsplätze erstellen. Ist eine schwangere Frau aufgrund dieser Beurteilung bzw. aufgrund der bereits geltenden gesetzlichen Bestimmungen nicht weiter in der Lage, ihrer Arbeit regulär nachzukommen, muss der Arbeitgeber die entsprechenden Arbeitsbedingungen anpassen oder sie an einem anderen, für sie ungefährlichen Arbeitsplatz einsetzen. Ist beides nicht möglich, kann der Arbeitgeber die Schwangere nach dem Mutterschutzgesetz nicht weiter beschäftigen und muss sie freistellen.

Mutterschutz Gesetze

Bisher durften schwangere Arbeitnehmerinnen nicht vor 6 Uhr oder nach 20 Uhr eingesetzt werden. Dies ist jetzt auch bis 22 Uhr möglich, sofern Arbeitgeber sich dafür eine Genehmigung von der Aufsichtsbehörde einholen, die Arbeitnehmerin ausdrücklich zugestimmt hat und auch aus ärztlicher Sicht nichts gegen den späteren Einsatz spricht.

Ähnlich verhält es sich mit dem Arbeitsverbot für Schwangere an Sonn- und Feiertagen: Stimmt die schwangere Frau dem zu, entspricht der Einsatz den Regelungen des Arbeitszeitgesetzes und wird der Arbeitnehmerin ein Ersatzruhetag gewährt, steht der Arbeit auch an Sonn- und Feiertagen nichts im Wege.
In beiden Fällen, also für die Arbeit nach 20 Uhr sowie den Einsatz an Sonn- und Feiertagen, gilt, dass die Schwangere nicht dadurch gefährdet werden darf, dass sie allein bzw. außerhalb von Ruf- und Sichtweite anderer Kollegen arbeiten muss.

Eine weitere Neuerung im Rahmen der Reform des Mutterschutzgesetzes ist der Kündigungsschutz von Frauen, die eine Fehlgeburt nach der 12. Schwangerschaftswoche erleiden. Diesen darf während der folgenden 4 Monate nicht gekündigt werden.

Zuletzt verlängert sich die reguläre Schutzfrist für Mütter nach der Geburt von Kindern, bei denen innerhalb von 8 Wochen nach der Geburt eine Behinderung festgestellt wird, von 8 auf nun 12 Wochen.

Die aktuellen Regelungen laut Mutterschutzgesetz (MuSchG) können zum Beispiel hier nachgelesen werden.

 

Für Arbeitgeber gibt es also genug zu tun mit neuen Gesetzen, Mindestlohn-Anpassungen und dem ohnehin meist recht hohen Arbeitspensum. Wer sich da Abhilfe schaffen möchte, registriert sich am besten jetzt gleich unter shyftplan.com, testet uns 14 Tage lang kostenlos und spart ohne Ende Zeit. Von der Dienstplanung, über die Lohnabrechnung bis hin zum Urlaubsplaner machen wir Arbeitgebern das Leben leichter!

Neues Jahr, neue Gesetze: Was ändert sich in 2018?
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